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Energienews 19. Oktober 2018

Management im Energieeinkauf ist für Versorger und Unternehmen der Schlüssel zum Markterfolg

Die Bedeutung des Energieeinkaufs hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Ein Grund sind die gravierenden Preissprünge. Die Stichworte lauten hierbei Erneuerbare Energien / dezentrale Erzeugung versus klassische Erzeugung.

Wie sich die Zeiten doch ändern. Waren in der Energiewirtschaft über viele Jahrzehnte hinweg die Ingenieure - ob Elektrotechniker, Tiefbaufachleute oder Maschinenbauer - vollkommen unverzichtbar, so hat in den vergangenen Jahren die Bedeutung von Ökonomen und Betriebswirten in der Branche deutlich zugenommen. Um aber jedweder Art von Missverständnis gleich vorzubeugen: Natürlich werden gute Ingenieure bei der Bewältigung vieler energiewirtschaftlicher Aufgaben immer noch benötigt und übernehmen tragende Rollen bei der Organisation der Energiewende und dem Aufbau moderner Netze bei Trinkwasser, Erdgas und Strom. Es bleibt aber dabei: Der Energieeinkauf ist seit der Liberalisierung der Märkte deutlich komplizierter geworden.

Liberalisierung hat viel verändert

Zunächst erfolgte die Marktöffnung beim Strom im Jahre 1998, also vor genau zwei Jahrzehnten. Kaum einer der damals Aktiven hätte wohl vorausgesehen, in welchem Umfang diese Maßnahme die gesamte Branche neu ausrichtet. Die Liberalisierung des Erdgasmarktes folgte dann 2006/2007 und auch hier hat sich in dem guten Jahrzehnt seit dem viel verändert.

Strikte Trennung zwischen Netz und Vertrieb

Dazu kam das sogenannte "Unbundling", die strikte Trennung von Netz und Vertrieb, in energiewirtschaftlichen Unternehmen. Zunächst schleppend und dann aber immer rascher ging es in der Folgezeit weg von den Monopolmärkten. Es entwickelten sich neue Marktgebiete, die sich in den zurückliegenden Jahren in der Tendenz erneut verdichtet und in der Folge an Einheitlichkeit gewonnen haben.

Reine Lehre spricht vom vollkommenen Markt

Verdichten sich Marktgebiete und vereinheitlichen sich, dann spricht die Betriebswirtschaftslehre vom "vollkommenen" Markt, bei dem sich Angebot und Nachfrage schließlich bei einem Preis treffen. Auch wenn dieser Zustand gegenwärtig nicht in vollem Umfang erreicht ist, haben Marktkonsolidierungen zweifelsohne stattgefunden und sind nicht ohne Folgen geblieben. Portfolio Management hat beim Energieeinkauf deshalb enorm an Bedeutung gewonnen.

Deutlich erhöhter Preiswettbewerb für alle Versorger

Diese Entwicklung ist auch gut für die Kunden. Denn der deutlich erhöhte Wettbewerb zwischen den Versorgern sorgt für attraktivere Preise. Manager, die sich mit diesem Bereich der Energiewirtschaft befassen, treiben die Fragen um: Wie wird sich der Preis entwickeln? Welche Preistreiber sehen wir gegenwärtig am Markt? Welche könnten zukünftig eine Rolle spielen? Wann ist die geeignete Zeit zur Beschaffung? In welchen Chargen beschaffe ich optimalerweise, um die höchste Risikostreuung bei schwankenden Marktpreisen zu gewährleisten?

Einkauf und Vertrieb müssen korrelieren

Dabei ist auch von großer Bedeutung, für welche Vertriebszeiträume Energie beschafft werden muss. Garantiert ein Versorger einen Festpreis für drei Jahre, macht  es wenig Sinn, wenn der preisgebundene Einkauf nur für ein Jahr sichergestellt ist, die beiden Folgejahre aber dem Marktrisiko anheimgestellt sind. Auch Preisprognosen werden vor diesem Hintergrund immer wichtiger.

Wohin entwickeln sich die Energiepreise?

Kannten die Energiepreise bis vor etwa zwei Jahren eigentlich nur eine Richtung - nach unten, so hat sich seitdem die Entwicklung glatt umgekehrt. Weltweite Unsicherheiten - Stichworte Iran-Krise, Ukraine-Konflikt, OPEC-Förderabsprachen - haben die Energiepreise in den vergangenen rund 24 Monaten explodieren lassen.

Risikostreuung ein strategisches Ziel

Erfolgreiches Portfolio Management bedeutet deshalb, sich im Idealfall zu günstigen Marktpreisen einzudecken - oft zwei bis drei Jahre in Front und mit weit gestreuten Einkaufszeitpunkten - um dann bei steigenden Preisen vertrieblich immer noch attraktive Angebote sicherstellen zu können. Dabei ist die Kurzfriststrategie grundsätzlich die schlechteste am Markt. Die beste Beschaffungs- und Einkaufsstrategie ist diejenige, die Risikomanagement in der Form erfolgreich betreibt, dass das Portfolio in sinkenden Marktphasen genauso beschafft wird wie in steigenden, sodass durch einen gesunden Mix und eine Risikostreuung marktkompatible Preise am Ende der Beschaffungskette stehen.

Wer mehr zum Thema Einkauf und optimierte Beschaffung erfahren will, der wendet sich bitte an:

Jörg Kuhlmann

Beschaffung/Vertrieb/Energiedienstleistungen
Tel. 02921/392-235.

Mirko Paul Mirko Paul
Neu im Team:

Mirko Paul - Diplom-Kaufmann
bei den Stadtwerken Soest

Mirko Paul ist von ganzem Herzen Ökonom. Der 42jährige ist gebürtig in der Stadt Lage im Landkreis Lippe. Nach dem Abitur absolviert er eine Lehre zum Bankkaufmann und im Anschluss ein BWL-Studium in Münster an der Westfälischen Wilhelmsuniversität. Bereits während des Studiums arbeitet er bei einer Unternehmensberatung in Münster und wechselt dann zu den Stadtwerken Bielefeld. Seit April 2018 ist er im Team der Stadtwerke Soest, wo er sich sehr wohl fühlt. "Ich bin mit Leib und Seele im Portfolio Management", sagt Mirko Paul, "denn Risikoabstimmung, unterschiedliche Beschaffungs- und Vertriebsstrategien sowie der Aufbau neuer Geschäftsfelder interessieren mich auch nach Feierabend." Mirko Paul findet auch die Energiewirtschaft als Branche extrem spannend. "Wenn wir jetzt zum Beispiel auf Herkunftsnachweise blicken, sehen wir, dass Zertifikatstrom sich enorm verteuert hat. Es gibt aber dezentrale Erzeuger, die klimafreundlich neue Grünstrom-Produkte anbieten, die deutlich attraktiver sind als viele Zertifikate." Der Wandel, die Dynamik und die Perspektiven - all das macht die Arbeit bei den Stadtwerken Soest und in der Versorgungswirtschaft für den Betriebswirt so interessant. In seiner Freizeit interessiert sich Paul für Fußball, geht zwei bis dreimal in der Woche selbst zum Laufen und findet Computer - sowohl für IT-Zwecke als auch ab und zu einfach mal zum Zocken - hoch interessant. "Die Arbeit bei den Stadtwerken macht mir großen Spaß. Ich lerne jeden Tag noch dazu und die Kolleginnen und Kollegen sind einfach große Klasse", so Paul.

Henning Rathert Henning Rathert
Neu im Team:

Henning Rathert - Portfolio Manager
bei den Stadtwerken Soest

An der Seite von Mirko Paul im Portfolio Management steht Henning Rathert. Der 35jährige ist gelernter Industriekaufmann und hat seine Anfangszeit in der Energiewirtschaft bei den Stadtwerken Bielefeld verbracht. Seit April 2018 organisiert er gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen im Team das Portfolio Management bei den Stadtwerken Soest. Für Rathert sind die Bereiche Nachhaltigkeit, Grünstrom und Klimaneutralität echte Herzensangelegenheiten. "Nachhaltigkeit", so sagt er, "kann durch die vollständige Abwesenheit aller CO-2-Emissionen gewährleistet werden oder durch die Herstellung von Klimaneutralität durch Kompensation." Gemeint sind damit zum Beispiel die gezielte Aufforstung und aktive Investitionen in Klimaschutz, um verbleibende Kohlendioxidabgaben klimatechnisch zu neutralisieren. "Carbon Footprint" nennt das die englischsprachige Energiewirtschaft, wörtlich übersetzt so viel wie "Kohle-Fußabdruck". Lösungen zu entwickeln, die für Kunden attraktiv sind und dem Klima nutzen, diese Aufgabe bezeichnet Henning Rathert als seine größte berufliche Herausforderung. "Dafür habe ich bei den Stadtwerken Soest optimale Voraussetzungen gefunden", berichtet der verheiratete Vater zweier Töchter. Hohe Kollegialität, hohe Professionalität und viel Selbstständigkeit schätzt er besonders an seiner neuen Wirkungsstätte. Wenn er nicht gerade über innovativen grünen Vorreiterprojekten der Stadtwerke brütet, spielt er mit den Zwillingen, geht Laufen oder hört seinem schwarz-gelben Herzen beim Schlagen zu.

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